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13. Oktober 2016

Designer sind meinungsfreudig. Ein Designer hat einen eigenen Stil, kennt die aktuellen Trends in Grafik und Technologie und weiß, was heute vielleicht noch okay, morgen aber ein alter Hut ist. Seine Meinung ist gefragt und eine starke Meinung ist Ausdruck eines sicheren Gespürs.

»Gestaltung ist Haltung«, Helmut Schmid, Typograph

Und Designer machen Fehler. Manchmal liegen sie falsch bei ihrer Einschätzung der Situation oder dem Geschmack der Zielgruppe. Das zu erkennen – zu wissen, wann ein Argument fundiert ist, und wann es nur mit Geschmack gerechtfertigt werden kann – ist eine Fähigkeit, die sich Designer mühsam erarbeiten mussten.

Als Designstudent lernt man Kritikfähigkeit vom ersten Tag an und trotzdem bleibt fachliche Kritik immer auch etwas Persönliches. Gerade weil es in Fragen der Gestaltung selten ein klares Richtig-oder-falsch gibt, macht jede Designentscheidung den Designer immer auch auf emotionaler Ebene angreifbar. Nicht selten hat er viel Zeit in Details investiert, um dann an einer Kritik zu scheitern, die die grundsätzliche Idee der Gestaltung anzweifelt. Und leider oftmals nicht unbegründet. In so einer Situation eine treffende inhaltliche Kritik zu akzeptieren, die Begeisterung für die eigene Arbeit in Frage zu stellen und Spaß daran zu haben, eine Lösung für die neue Anforderung zu finden – das ist eine alltägliche Herausforderung.

»Gute Typografie erklärt den Inhalt. Nicht den Gestalter.« Kurt Weidemann, Typograph

Kritik akzeptieren, evaluieren und interpretieren war schon immer Kernkompetenz des Designers – und wird es umso mehr, je weiter sich der Beruf in Richtung Beratung entwickelt. Als ambitionierter Gestalter (und das ist jeder Designanfänger) ist es eine bittere Pille, seine Ideen und seinen Geschmack einer sachlichen Bewertung ausgeliefert zu sehen. Bisher war man es ja gewohnt, seine Arbeit mit Argumenten wie »schön« zu bewerten. Das ist im Kontext einer Designaufgabe natürlich nicht genug. Als Designer bleibt einem nichts übrig, als zu akzeptieren, dass die eigene Meinung ihre Grenzen hat. Kritik kommt aus allen Richtungen: von anderen Designern im Team, aus der Marketingabteilung des Auftraggebers, aus dem Vertrieb, der Legal-Abteilung, der Technik – und alle haben andere, wichtige Kompetenzen, die in den Designprozess einfließen müssen. Nur aus der Vielzahl der Meinungen kann sich ein gutes Produkt entwickeln.

Als Designer mit Erfahrung gilt es, mit den Mitteln zu gestalten, die zur Verfügung stehen und innerhalb der Grenzen, die die Situation aufstellt. Und was Mittel und Grenzen angeht, sind die Kritiker oft sensibler als der Designer.

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