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Protei­sche Persönlichkeit

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25. August 2016

Der Begriff der Protei­schen Per­sön­lich­keit ist in letzter Zeit immer häu­fi­ger auf­ge­taucht und findet des Wei­te­ren immer öfter Ver­wen­dung. Genauso häufig und viel­sei­tig sind auch die ver­schie­de­nen Mei­nun­gen dazu. For­mu­liert wurde der Begriff der Protei­schen Per­sön­lich­keit 1933 erst­ma­lig von dem ame­ri­ka­ni­schen Psy­cho­lo­gen Robert J. Lifton. Die Bezeich­nung stützt sich auf den wan­del­ba­ren grie­chi­schen Mee­res­gott Proteus. Wan­del­bar deshalb, da er ver­schie­dene Gestal­ten ange­nom­men hat, um Stel­lung­nah­men aus dem Weg zu gehen. Populär wurde der Begriff jedoch erst durch den ame­ri­ka­ni­schen Sozio­lo­gen Jeremy Rifkin. Er brachte den Begriff der Protei­schen Per­sön­lich­keit im Jahre 2000 mit den in der digi­ta­len Welt ver­netz­ten Men­schen in Ver­bin­dung. Hier werden die zur Gene­ra­tion Y zuge­hö­ri­gen Digital Natives des 21. Jahr­hun­derts ange­spro­chen. Nach der all­ge­mein herr­schen­den Theorie bril­liert der moderne Men­schen­typ der Gene­ra­tion Y dadurch, dass er äußerst anpas­sungs­fä­hig ist. Er schlüpft, wie der grie­chi­sche Mee­res­gott Proteus, je nach Umge­bung und Thema in ver­schie­dene Rollen, um Fragen und Stel­lung­nah­men aus dem Weg zu gehen, stellt jedoch selbst alles und jeden in Frage. Schließ­lich wird das „Y“ in Gene­ra­tion Y wie das eng­li­sche Wort „why“ aus­ge­spro­chen. Selber soll der Digital Native sich nach Rifkin keine eigene Meinung bilden können. Sein ganzes Leben ist eine Bühne, auf dem er ver­schie­dene Rollen für das Publi­kum auf­führt. Der Mensch ist also Schau­spie­ler und Publi­kum gleich­zei­tig. Je nach Umfeld und gesell­schaft­li­cher oder pri­va­ter Posi­tion spielt der Mensch eine andere Rolle und ori­en­tiert sich an jewei­li­gen Ver­hal­tens­re­geln, die sich in dem jewei­li­gen Milieu eta­bliert haben.

Der kana­di­sche Sozio­loge Erving Goffman erklärt, dass die Selbst­dar­stel­lung jedes Men­schen bestimmte Regeln befolgt und in unserer Gesell­schaft unver­meid­bar ist. Beson­ders das digi­tale Zeit­al­ter bringt den Men­schen noch mehr Spiel­flä­che für ver­schie­dene Rollen.

Jede gespielte Rolle kann anders gestal­tet werden und demnach auch eine andere Meinung ver­tre­ten. Für jeden Anlass ein Avatar mit pas­sen­der Ein­stel­lung. Beson­ders im vir­tu­el­len Raum schnell und einfach umsetz­bar. Diese ver­schie­de­nen Rollen sollen laut Goffman beson­ders die Gene­ra­tion Y also ver­wir­ren. Sie soll sich keine eigene Meinung mehr bilden können, die Ver­wir­rung im World Wide Web ist einfach zu groß. Ist die Gene­ra­tion Y wirk­lich so ver­wirrt? Nimmt der Digital Native die Meinung der jewei­li­gen Rolle an, lässt sich schnell umstim­men oder hat er sogar gar keine eigene Meinung? Ich bin 1989 geboren und gehöre demnach dieser umstrit­te­nen Genea­tion Y an. Liest man die Defi­ni­tion dieser Gene­ra­tion durch, so will man sich fast schon nicht zu dieser Gene­ra­tion beken­nen. Alleine die Exis­tenz einer Theorie über eine bestimmte Gene­ra­tion erscheint mir frag­lich. Ja, wir passen unser Ver­hal­ten den ver­schie­de­nen Rollen an. So wie die Gene­ra­tion davor und die danach fol­gende auch. Goffman erkennt schon früh, dass bestimmte Ver­hal­tens­wei­sen in unserer Gesell­schaft unver­meid­bar sind. Die soziale Inter­ak­tion hat sich auf­grund der Digi­ta­li­sie­rung unwei­ger­lich auch in die vir­tu­elle Welt verlegt. Aber wech­seln wir mit jeder Rolle, in die wir schlüp­fen unsere Meinung? Haben wir mehrere oder gar keine eigene Meinung mehr? Gerade in der vir­tu­el­len Welt ein leich­tes Spiel. Hier wider­spre­che ich für mich und „meine“ Gene­ra­tion. Eine Meinung muss erst gebil­det werden. Zunächst muss sich also etwas ange­eig­net werden. Das erfolgt durch ver­schie­dene Schnitt­stel­len. Jeder hat durch sein fami­liä­res Umfeld, seinen Freun­des­kreis, sein Profil in sozia­len Netz­wer­ken oder durch abon­nierte Zeit­schrif­ten per­sön­li­che Schnitt­stel­len. Diese beein­flus­sen die Mei­nungs­bil­dung und schir­men gleich­zei­tig vor anderen Mei­nun­gen ab, wirken also wie ein Filter. Diese Fil­te­rung pas­siert nicht bewusst, sondern ist Teil des jewei­li­gen Umfelds. Vor allem im Netz findet eine bewusste aber auch unbe­wusste Fil­te­rung statt. Dieser Prozess kann mit dem Begriff „Fil­ter­bub­ble“ zusam­men­ge­fasst werden. Diese Mei­nungs­split­ter, die passend zur Per­sön­lich­keit zusam­men­ge­tra­gen werden, formen folg­lich die eigene Meinung.

Ich denke jedoch nicht, dass die Meinung jeden Tag oder je nach gespiel­ter Rolle gewech­selt wird. Eine Meinung ist nicht mit schmut­zi­ger Unter­wä­sche zu ver­glei­chen. Wir wech­seln sie nicht jeden Tag. Die Bildung einer eigenen Meinung ist ein fort­wäh­ren­der Prozess. Dieser kann sich natür­lich auch an einem anderen Tag durch einen wei­te­ren wich­ti­gen Mei­nungs­split­ter in eine andere Rich­tung ent­wi­ckeln. Natür­lich kann man von etwas anderem über­zeugt werden und seine Meinung ändern. Dies ist bei der Gene­ra­tion Y genauso wie in der Gene­ra­tion davor oder in den dar­auf­fol­gen­den Gene­ra­tio­nen der Fall. Die eigene Meinung ist und bleibt inmit­ten der zu bespie­len­den Rollen eine Kon­stante, die das Resul­tat eines natür­li­chen Pro­zes­ses beschreibt.

 

Quellen:

http://www.zeit.de/karriere/2016–02/soziologie-generation-y-karriere-mythos-karriereplanung
http://​www​.mevaleo​.de/​m​o​d​u​l​e​/​s​o​z​i​o​l​o​g​i​e​/​g​e​n​e​r​a​t​i​o​n​-​y​-​m​i​l​l​e​n​n​i​a​l​s​.​h​tml

Geburt neuer Men­schen­ty­pen durch Ver­än­de­rung der mensch­li­chen Gehirne

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